Controlling-Praxis

 

Mit Zunahme der Kapitalkonzentration gewinnt das Investitionscontrolling an Bedeutung. Dabei stellen sich folgende Hauptaufgaben:

  1. Beschaffung von Kosten-, Erlös- und Prozessinformationen.
  2. Auswahl und Anwendung geeigneter Investitionsrechenverfahren.
  3. Durchführung von Soll-Ist-Vergleichen nach Realisierung der Investition.
  4. Abstimmung der Investitionsplanung mit der Unternehmensplanung und der Wettbewerbsstrategie und der Finanzplanung.
  5. Anwendung der Investitionsrechnung.
  6. Management von Investitionsprojekten.

Die Wirtschaftlichkeit von Investitionen wird mit der Investitionsrechnung untersucht. Dazu ist zunächst die erwartete Kosteneinsparung bzw. Kostensteigerung durch den Kauf eines Objekts zu prognostizieren. Bei Erweiterungsinvestitionen ist auch die Erlössteigerung zu planen. Gebräuchliche Methoden zur Investitionsrechnung sind der Kostenvergleich, die Amortisationsrechnung (beide zur groben Abschätzung der Wirtschaftlichkeit und die Kapitalwertmethode und die Interne Zinssatzmethode (beide genauere Methoden).

Bei der Kostenvergleichsrechnung werden die jahreskosten jeder Alternative verglichen. Sie baut auf der Kostenplanung der Plankostenrechnung auf.

Bei der Amortisationsrechnung wird zunächst der Rückfluss einer Investition ermittelt aus Kosteneinsparung - Kostensteigerung + Erlössteigerung - Erlösabnahme.  Bei den Kosten werden dabei nur zahlungswirksame Kosten berücksichtigt, also keine Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen. Zu beachten ist, dass Amortisationsdauern möglichst kurz sind, also bei Produktionsmaschinen und Computern nicht mehr als z.B. die Hälfte der wirtschaftlichen Nutzdauer. Beide Methoden sind wegen ihrer fehlenden Dynamisierung nur für die Vorbeurteilung geeignet.

Bei der Kapitalwertmethode wird zunächst eine Mindestrendite (Kalkulationsszinssatz)  für das Unternehmen festgelegt. Er sollte auf jeden Fall das Risiko der Investition sowie den Anspruch der Unternehmensleitung an die Kapitalrendite berücksichtigen. Werte von 15% sind für Produktionsinvestitionen durchaus angemessen. Dann werden sämtliche Rückflüsse auf heute (Barwert) abgezinst. Die Summe aller Barwerte sollte grösser sein als der Kaufpreis der Investition, dann liegt ein positiver Kapitalwert vor, die Investition ist für sich betrachtet wirtschaftlich.

Will man mehrere wirtschaftliche Investitionen vergleichen, ist der interne Zinssatz zu ermitteln. Dies ist der Abzinsungssatz, bei dem der Kapitalwert zu Null wird. Der interne Zinssatz ist das Rendite-Label einer Investition. Sie ist damit mit anderen vergleichbar. Hat man zusammen mit der Finanzabteilung das Investitionsbudget für das Planjahr aufgestellt, kann man die Investitionen nach fallendem internen Zinssatz ordnen ("Windhundrennen"). Ist das Investitionsbudget erreicht, werden die restlichen Investitionen in das nächste Planjahr verschoben.

Seltener eingesetzt wird die Annuitätenmethode. Der Kaufpreis wird hier in gleichbleibende Jahresbeträge für Zins und Tilgung umgerechnet. Eine Investition ist dann wirtschaftlich, wenn die Rückflüsse eines bestimmten Jahres grösser sind als die Annuität.

 

 

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